Alltag und Nekropole
Der Parcours zur Mezzanine konzentriert sich auf drei grosse Themen: das tägliche Leben in den Städten der Magna Graecia, die Begräbnispraktiken und die Rolle der italischen Völker wie Lucani und Brettii.
Zwischen Keramik, Objekten für Symposien, Musikinstrumenten und Grabbeigaben erzählen die Sammlungen den gesamten Lebenszyklus in der griechischen und italienischen Welt. Die Inszenierung vereint Kunst und Archäologie und erzählt von Glauben, Werten und Ritualen zwischen den Epochen und Kulturen, die sich in diesem Gebiet verflechten.
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TicketLeben und Jenseits im alten Kalabrien
Der Alltag in Locri
Das Theater von Locri, eines der am besten erhaltenen in Kalabrien, erzählt von der Zentralität der Poesie, der Musik. Von hier stammen Antefixen mit Silenenköpfen, eine Figur der Aphrodite Urania auf einer Schildkröte sitzend und ein ritueller Wärmer. Die städtische Anlage war in Blöcken mit Häusern und Läden organisiert: Utensilien, Pinakes mit Möbeln und Haushaltsgegenständen geben Einblicke in den Alltag. Im Handwerkerviertel „Ceramico“ wurden Töpferwaren und Keramik hergestellt, was die Bedeutung von Handwerk und Handel bezeugt. Die ausgestellten Zeugnisse bieten einen lebendigen und facettenreichen Einblick in das Leben in einer Polis der Magna Graecia, zwischen Ritualen und täglichen Gewohnheiten.
Die Nekropole von Metauros hat über 1500 Gräber zurückgegeben. Zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. herrschte die Einäscherung vor, die später durch die Bestattung ersetzt wurde. Die mit dem Verstorbenen vergrabenen Gegenstände wie Salben hatten eine rituelle Rolle. Die Gräber des Luzifer-Viertels von Locri spiegeln Unterschiede in Geschlecht und Status wider: männliche Gegenstände enthalten Symposiumgefäße; weibliche Gegenstände waren reich an Toilettenartikeln. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Bronzespiegelsammlungen der Magna Graecia und einen seltenen Duftbehälter in Form einer tanzenden Menade, Ausdruck von Raffinesse, Status und Identität.
Lucani und Brettii
In den Nekropolen von Laos, Castellace und Varapodio entdeckt man die Identität der lokalen Eliten im hellenistischen Zeitalter. In Laos feiert ein reichhaltiges männliches Begräbnis-Set mit Panzerung und Symposium-Geschirr den Rang des Verstorbenen. In Castellace bestätigen Gegenstände aus Blei und eine Votivfolie für Eracle Reggino die Zentralität des Kultes und des Festes. Von Varapodio stammt ein golddekorierter Glasbecher, der die Geschicklichkeit der damaligen Handwerker und den Reichtum der Besitzerin zeigt. Parallel dazu tauchen aus dem „Haus des Mosaiks“ von Taureana Zeugnisse häuslichen Lebens auf: ein Mosaik mit Jagdszene, eine Bronzekline und ein raffinierter silberner Service mit dem Namen der Besitzerin eingraviert.